Cafè Knax

Susanne Grütz & Hubertus Schmidt

Anlässlich des Bühnenjubiläums von Susanne Grütz gibt sich das legendäre Chanson-Duo die Ehre – mit einer Premiere ihres neuen Programms. Im „Cafe Knax“, dem Treffpunkt des Lebens, bringt das Duo Grütz/Schmidt mit Songs und Sketchen all jene Typen, die Sie aus dem scheinbar so normalen Alltag kennen, auf die Bühne – die lustig-heiteren, skurrilen, makabren, deftigen, nachdenklichen und natürlich frivolen. Lassen Sie sich entführen in eine Welt, die nur auf den ersten Blick verrückt erscheint und in der Sie sich doch sehr bald selbst entdecken werden.

Das Duo, das in der deutschen Chansonlandschaft Maßstäbe setzte, wurde auch von vielen Kollegen geschätzt. Gisela Steineckert z.B. sagte: „Chanson ist eigentlich ,Zicke‘ ans Klavier gelehnt, …. Nun, da kommen zwei daher und brechen mit neuen Inhalten das klassische Einerlei, …da lehnt nichts mehr, da prickelt und provoziert was.“ Jürgen B. Wolff (Duo Sonnenschirm) schrieb: „heiter, frivol, skurril, makaber, deftig und komödiantisch, das sind die Vokabeln, die zum Basiswortschatz jeder Grütz-Schmidt-Rezension gehörten.“

Ballade von der sexuellen Hörigkeit

Susanne Grütz und Jenny Lübke

Sie kennen Bertolt Brecht auch als Prosa schreibenden Privatmann, oder nur als moralisierenden Dramatiker? Nun, dann lernen Sie jetzt einen anderen Brecht kennen: Susanne Grütz und Jenny Lübke zerlegen in ihrem neuen Programm die bisher bekannte Welt des B.B.

Die beiden Künstlerinnen schauen durch die Brille der Brecht-Gespielinnen in eine noch unbekannte Szenerie der sexuellen Hörigkeit.

Es erwartet sie Unterhaltung mit Tiefgang, nicht nur in erotischer Hinsicht.
Wenn Susanne Grütz mit kanonengleicher Stimme auf der Bühne Brechts bekannten und unbekannten Klassikern Leben einhaucht und Jenny Lübke exzessiv das Klavier bearbeitet, ist alles auf den Kopf gestellt und so klar wie nie.

Verehrtes Publikum, freuen sie sich auf ein „Liedtheater“ der ganz besonderen Art!

Rezensionen:
Zitate v. Mélanie Gonzalez (LVZ v. 9.03.13)
Brechts deftigste Poesie, ohne Umschweife, mit Chansonsängerin Susanne Grütz
„………Das Duo fokussiert sich auf eine weniger bekannte Seite Brechts: In der Tat hatte er sich schon als junger Dichter von Anfang an die größte Mühe gegeben, als unanständig zu gelten. Er pflegte seinen Ruf als Frauenverschlinger. Daher versetzen sich die beiden Musikerinnen in die Rollen der Frauen Brechts und bieten eine noch unbekannte Interpretation seiner Balladen und Chansons.
Von Lied zu Lied wird deutlicher, wie die beiden den Kompositionen ihren eigenen Stempel aufdrücken.
…. Es geht um Liebe, Sex, Whisky, Verlust, Krieg und Huren. Nur wenige Interpretinnen dürften sich bislang in diesem Maße mit den sinnlichen, aber auch sehr deftigen und offenen Texten auseinandergesetzt haben. Es ist ein buntes Programm. Überraschend und sehr sexy ist die Inszenierung von Brechts erotischem Gedicht “Über die Vitalität”, absolut sehenswert.“

Mitteldeutsche Zeitung am 11.03.2013
Von Mathias Schulze (ungekürzt)
Jenny Lübke und Susanne Grütz bringen im Leipziger Revue-Theater am Palmengarten Brechts Lyrik auf die Bühne.Leipzig/MZ.
Was hat er alles einstecken müssen, der Bert Brecht aus den schwarzen Wäldern. Von den Nazis um die halbe Welt gejagt, von den Amerikanern als Kommunist, von Feministen als Macho und von beinharten Kapitalisten als Moralungeheuer verdächtigt. Nach dem Tode dann im Osten zum sozialistischen Vordenker und im Westen zum bürgerlichen Klassiker kategorisiert. Die billigen Etiketten ließen sich fortsetzen.

„Ballade von der sexuellen Hörigkeit“
Umso schöner, dass Jenny Lübke und Susanne Grütz einfach mal in der reichen Gedicht- und Songsammlung gestöbert und die Perlen zwischenmenschlicher Betrachtung ins warme Varieté-Licht des Leipziger Palmengartens gestellt haben. „Ballade von der sexuellen Hörigkeit“ heißt ihre Show. Am Klavier zuckt sich der Rock der jüngeren Lübke in die vitale Selbstbehauptung, rutscht der Zylinder beim narzisstischen Tanze. Währenddessen legt die abgeklärte Grütz viel Ton und laszive Verruchtheit in die Stimme und bringt die handfest deftige Präzision der nachgeahmten Volkssprache zum Klingen. Der Protest gegen den Naziterror, die finsteren Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume ein Verbrechen ist, werden zwar nicht vergessen, aber sorgsam ausgespart. So darf die Erinnerung an Marie A. und an das Gefühl der Liebe im blauen Monde September in den Vordergrund treten, so geben sich die Huren Ratschläge, wird mit Beats und im flimmernden Scheinwerferlicht das Lied von der Vitalität gerappt. Im Treppenhaus gilt es Engel zu verführen und den Weg zur nächsten Whiskey-Bar zu finden. Wenn Grütz als Seeräuber-Jenny die Träume eines Küchenmädchens ins Mikro haucht, von den acht Segeln und den 50 Kanonen eine Befreiung erhofft und alle Peiniger köpfen will, gibt es zwar abends kein Geschrei im Hafen, wohl aber eine zarte Gänsehaut, die sich verstohlen ihren Wünschen anschließt.

Ausstrahlung, Erotik und schmutziger Zigarrenqualm
Lübke und Grütz müssen nicht nur singen, sie müssen etwas ausstrahlen. Und das machen sie auf ganz vorzügliche Weise. Sie behalten den Kopf oben, wenn die Männer mit dem vielen Geld und den weißen Kragen kommen, fallen halt nicht beim Trinken in jedes Bett, spielen ihre pralle Erotik überlegen aus, schützen dabei ihre Engelsflügel und ziehen die zeitlose Essenz aus der Lyrik. Da sieht man plötzlich den Topmanager im Bordell, da steht der Tag in den Türen, bringt der Nachtwind den schmutzigen Zigarrenqualm bis in den Morgen, da schlürfen zwei das Leben in vollen Zügen, lassen sich nicht davon verführen, dass das wenig ist.

Brecht gehört entstaubt
Lübke und Grütz sparen weder Anmut noch Mühe, könnten getrost auf die wenigen Kalauer verzichten. Dann würden vermutlich nicht nur Brecht-Kenner beim Anblick ihrer gelungenen Show so reagieren, wie der Liebhaber im Gedicht „Entdeckung an einer jungen Frau“. Beim morgendlich nüchternen Abschied erkennt er eine graue Strähne im Haar, abends war sie verborgen. Und er will bleiben, das Vergehen zwischen Tür und Angel aufhalten. Brecht gehört entstaubt, von all den Klischees, die auf ihm lasten. Er ist eben auch mehr als nur ein Dramatiker. Lübke und Grütz tun das Ihrige dafür.

Susanne Grütz mit Ihrer Band
SUNNY & THE HEATWAVES

Die Stamm-Mannschaft um Susanne Grütz, Kostas Kipuros und Nick Schöbe wird von zwei Mitgliedern verstärkt: Frank Berger, professionell u.a. mit Kaberett-Legende Tom Pauls unterwegs, sorgt am Drums für den nötigen Groove der Band, während Dirk Zorn, Szenegängern von Zapfen und Dice bekannt, am Bass gehörigen Druck und Schub erzeugt.

Was darf der geneigte Besucher von Sunny-&-The-Heatwaves-Gigs erwarten?

Ganz einfach: Soul, Soul und nochmals Soul.

Neben Songs von The Supremes, Stevie Wonder und Martha And The Vandellas, die bereits zum Repertoire gehören, sind Gassenhauer von Marvin Gaye, den Isley Brothers, The Spinners und von Aretha Franklin im Programm – ohne dabei vor falscher Ehrfurcht zu erstarren. Soll heißen, dort werden den Nummern auch schon mal einen eigenen Stempel aufgedrückt.

Susanne Grütz und Sunny & The Heatwaves